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Niederlage in der 1. BL trotz starker Einzelleistungen. Wir behalten das Ziel vor Augen!

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In der Hauptbegegnung des Abends vom 24.10.15 kam es in der Sporthalle der Mittelschule Götzis zu einem Klassiker der Ringsportszene Österreichs. Der Rekordmeister AC Wals konnte unserem Team trotz starken Leistungen die erste Saisonniederlage anhängen.

Obwohl der KSV Götzis bei diesem Duell nur drei Kämpfe gewinnen konnte und schlussendlich mit 16:41 Punkten gegen den AC Wals verlor, scheint das Endergebnis um einiges klarer, als es tatsächlich war. Am Ende des Kampfes stand nämlich nicht das Ergebnis der Begegnung im Mittelpunkt, sondern viel mehr die knappen Kämpfe und insbesondere die Leistungen der Jüngsten im Team, die allesamt großes für die Zukunft erhoffen lassen. Vom Publikum gab es für diese Leistungen tosenden Applaus und sogar Standing Ovations.

Eines dieser jungen Talente ist Abdullakh Kenesarin, der zweimal bis 62kg an den Start ging. Im Freistil-Kampf trat er erneut einem seiner stärksten Konkurrenten, Marchl Simon, gegenüber und demonstrierte seinen Siegeswillen. In einem harten Kampf in dem eine Wertung auf die andere folgte, war Abdullakh immer mit Vollgas bei der Sache. Er wollte diesen Kampf gewinnen, unterlag Marchl nach sechs Minuten aber leider mit einem knappen 9:13. Sein persönliches Saisonziel steht jedoch fest: Er will Marchl noch diese Saison besiegen.

In seinem zweiten Kampf trat Abdullakh gegen Nationaltrainer Tamas Zoltan an. Abdullakh stellte unter Beweis, dass er auch im griechisch-römischen Stil sehr dominant kämpfen kann und kontrollierte Tamas von Anfang an. Dieser wehrte sich hauptsächlich mit Fouls an den Fingern und Kopf-Allein-Griffen, welche vom Schiedsrichter jedoch nicht geahndet wurden. Schließlich wurden Abdullakhs Bemühungen auch mit Wertungen belohnt, wobei auch Tamas durch unglückliche Situationen punkten konnte. Schließlich bekam der Walser endlich die verdienten Verwarnungen wegen Passivität. Im Bodenkampf schloss der Walser unerlaubterweise beide Seiten, doch auch dies wurde vom Schiedsrichter nicht geahndet. Als Abdullakh jedoch zum Aufreißer ansetzte, gegen den sich der Walser mit fairen Mitteln nicht wehren konnte, griff Tamas dem Götzner ans Bein und beging damit einen weiteren schweren Regelverstoß, der schließlich zur dritten Verwarnung des Walsers führte. Somit wurde dieser disqualifiziert und Abdullakh gewann mehr als verdient mit einem 4:0.

Neben Abdullakh waren auch Liubomyr Sagaliuk und Lukas Hörmann siegreich. Liubomyr kämpfte im Freistil gegen Visalimov Amirkhan, welcher dieses Jahr bei der Weltmeisterschaft in Las Vegas startete. Liubomyr kämpfte wie immer sehr ruhig und bedacht und attackierte nur in gut vorbereiteten Situationen. Durch diese gezielten Angriffe ging er souverän mit 10:0 in Führung. In einem kleinen Moment der Unachtsamkeit gelang es dem Walser jedoch eine 2-Punkte-Wertung zu erzielen. Liubomyr ließ sich hiervon jedoch nicht unterkriegen und machte im weiteren Kampfverlauf noch 4 Punkte. Schlussendlich siegte er mit 14:2 gegen den Walser und errang 4 Mannschaftspunkte.

Lukas Hörmann trat im Freistil gegen den Spezialisten Lolashvili Zurab an. Anfangs noch etwas zurückhaltend, gelang es ihm nicht gleich zu punkten. Als sich Lolashvili immer mehr unter Druck sah, punkten zu müssen, passierten ihm entscheidende Fehler und Lukas konnte in Führung gehen. Als Lukas den Walser schließlich in den Bodenkampf zwingen konnte, hatte dieser keine Chance mehr. Lukas machte mit seinem Aufreißer kurzen Prozess und besiegte Lolashvili mit technischer Überlegenheit.

In seinem Greco-Kampf musste Lukas gegen den Walser Legionär Deynichenko Timotei antreten, welcher den Kampf mit 0:2 gewinnen konnte. Lukas konnte im Standkampf gut mithalten und es war früh klar, dass dieser Kampf über die Passivitätsermahnungen entschieden werden wird. Unglücklicherweise musste Lukas früher in die Bodenlage und der Weißrusse punktete. Als schließlich der Weißrusse in die Bodenlage musste, war Lukas schon zu erschöpft und sein Gegner zu verschwitzt, um einen Aufreißer durchzubringen. Hätte der Weißrusse zuerst die Bodenlage einnehmen müssen, hätte der Kampf auch Zugunsten von Lukas enden können. Alles in allem also eine sehr gute Leistung mit einem knappen Ergebnis für unser Schwergewicht.

Eine weitere tolle Leistung des Abends zeigte Elias Pajantschitsch, welcher zweimal gegen den Olympiastarter Amer Hrustanovic kämpfte. Obwohl Elias dem Walser in beiden Kämpfen unterlegen war, konnte er zweimal Punkten und somit auch zwei Mannschaftspunkte erkämpfen.

Ebenfalls einen Mannschaftspunkt erkämpfte Martin Kogler gegen WM-Starter Philipp Crepaz. Durch eine tolle 4er-Wertung konnte Martin noch auf 6:7 Punkte aufholen, wobei ihm die entscheidende letzte Wertung leider nicht mehr vor Ablauf der Zeit gelang. Doch auch hier fehlte nicht viel für den Sieg.

Andre Kogler und Kathan Matthias blieben an diesem Abend leider beide ohne Punkte, wobei Andre in seinem Greco-Kampf früh und unglücklich auf Schulter verlor. Hätte Andre die vorangegangene Aktion mit etwas mehr Glück zu seinen Gunsten wenden können, wäre auch ein Sieg in diesem Kampf mehr als möglich gewesen.
Kathan Matthias wurde vom Schiedsrichter mit drei Verwarnungen gegen Puffer Benedikt von der Matte gestellt, da dieser bei einem Ausheber von Puffer eine Beinarbeit von Matthias gesehen haben will. Hätte der Schiedsrichter hier anders entschieden, wären auch für Matthias vielleicht noch Punkte möglich gewesen.

Zwar ohne Punkte, aber dafür mit viel gewonnener Erfahrung und Wertschätzung des Publikums verließ Raul Häusle die Matte. Nachdem er im Freistil-Kampf schon gut mit Mühlbacher Helmut mithalten konnte, sich gegen den erfahrenen Freistiler aber klar geschlagen geben musste, ging Raul sehr offensiv und aktiv in den Greco-Kampf.
Raul begann den Kampf sehr offensiv und machte ständig Druck auf Mühlbacher. Er wollte unbedingt eine Wertung gegen den Walser Altmeister erzielen. Während Raul ständig versuchte seinen Gegner für einen Angriff vorzubereiten, versuchte dieser Raul aufzuziehen und ihn dadurch zu blockieren. Zu eigenen Aktionen setzte der Walser jedoch kein einziges Mal an. Durch einen kleinen Fehler von Raul während eines Angriffs, gelang dem Walser schließlich eine 2er-Wertung. Als Raul weiterhin versuchte den Kampf noch zu drehen und Mühlbacher nur blockierte, setzte Raul nochmals zum Schulterschwung an, welcher leider misslang. Für diesen Schulterschwung bekam der Walser zwei weitere Punkte, obwohl die Aktion von Raul ausging und eigentlich punktefrei hätte bleiben müssen. Doch auch hiervon ließ sich der Youngster nicht unterkriegen und kämpfte bis zur letzten Sekunde weiter. Schlussendlich siegte Mühlbacher mit 0:4, wobei das Ergebnis eigentlich 0:2 hätte sein müssen.
Für seinen Einsatz und für die kämpferische Dominanz über den Walser wurde Raul vom Publikum trotz Niederlage mit lautstarkem Applaus und Standing Ovations belohnt.

Nach harten Kämpfen, starken Leistungen und viel Pech erlitt der KSV Götzis seine erste Niederlage in der 1. Bundesliga. Das Saisonziel hat die Mannschaft aber immer noch vor Augen und die Chancen für den Finaleinzug stehen immer noch hoch. Das Team ist bereit in den kommenden Kämpfen alles zu geben und gegen den KSK Klaus und den RSC Inzing wieder als Sieger von der Matte zu gehen.

Mannschaftsprotokoll/Ergebnisliste