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Unsere Bundesligamannschaften in Inzing

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In der7. Runde der BL 2015 reisten beide Mannschaften des KSV Götzis zum RSC Inzing ins Tirol. Mit einem Sieg sollte es für die 1. Mannschaft der vorzeitige Einzug ins Finale werden, doch es kam ganz anders. Während die 2.Mannschaft des KSV Götzis überlegen gewinnen konnte und nur 2 der 14 Kämpfe verlor, entwickelte sich der Kampf in der ersten Bundesliga zu wahren Krimi, der nur mit stärksten Nerven zu bewältigen war. Dies bekamen auch die mitgereisten Fans des KSV Götzis zu spüren. So erschöpft waren sie schon lange nicht mehr nach einem Ringkampfabend.
Angeführt wurde die KSV-Gruppe von Obmann Peter Hörmann mit Gattin. Mit dabei waren Marlies und Karl Kogler, die Eltern von Andre und Martin Kogler, sowie Evi Pajantschitsch, Mutter von Elias. Dazu kamen Philipp Pajantschitsch, Kevin Spirig, Andreas Kathan, Kerstin Heinzle und einige mehr.
Die Mannschaft selbst um Coach Michael Häusle und die Trainer Vitaly Markotenko und Andreas Nagel wurde von Mentalcoach Dietmar Dörler begleitet, der an diesem Abend ganze Arbeit zu leisten hatte.

Mit der Aufstellung in der greco-Runde hatten wir eine glückliche Hand und einem Sieg schien nichts mehr im Wege zu stehen, obwohl der RSC Inzing durch das Nichterreichen des oberen play-offs im vergangenen Jahr heuer einen Legionär mehr, nämlich 3 statt 2, zum Einsatz bringen durfte.  Mit dem Heimschiedsrichter hatten wir zwar gerechnet, aber nicht in dieser Form. Dazu kam der Obmann des RSC Inzing, der mit seinen Worten richtig Stimmung machte und uns das Minimalziel, nämlich der Finaleinzug,  mit allen Mitteln vereiteln wollte.

Es begann bis 57kg greco mit einer 0:12 Niederlage von Raul Häusle, der beherzt kämpfte, aber gegen den starken Georgier letztlich chancenlos war. Raul ist erst 15 Jahre und diesem nervlichen Druck hier gegen einen starken Ausländer Punkte zu machen war er nicht gewachsen. Dennoch hat er gezeigt, dass in den nächsten Jahren mit ihm zu rechnen sein wird.

Danach warteten wir alle gespannt auf das Duell des Vizejuniorenweltmeisters Gastl Daniel gegen unser Aushängeschild Lukas Hörmann bis 130kg greco.
Lukas brachte fast 25kg mehr auf die Waage und wir waren alle ziemlich sicher, dass Lukas diesmal gewinnen würde. Was dann geschah konnte vom KSV Götzis aber keiner fassen. Der Tiroler Schiedsrichter nutze den Heimvorteil beinhart aus und erteilte Lukas in einem ausgeglichenen Kampf eine Verwarnung nach der anderen. Lukas durfte den Kopf nicht senken, die Handgelenke des Gegners nicht fassen und als er versuchte von unten zu ringen, hieß es vom Schiedsrichter blau Kopf hoch, sonst gibt es die nächste Verwarnung. So konnte Daniel Gastl ohne einen technischen Punkt zu machen als Disqualifikationssieger von der Matte gehen und der KSV Götzis lag bereits 0:8 Punkte im Hintertreffen. Die ganze Mannschaft war geschockt.

Bis 62kg greco musste Abdullakh Kenesarin gegen den 2. starken Legionär aus Georgien antreten und hatte ähnlich wie Raul zuvor wenig Chancen und verlor nach heftiger Gegenwehr klar mit technischer Überlegenheit. 0:12 war der Punktestand.

Bis 100kg greco hatte Elias Pajantschitsch keinen Gegner und konnte auf 4:12 verkürzen.

Danach war Andre Kogler bis 68kg an der Reihe. Er hatte 5kg für diesen Kampf abtrainiert und wollte 4 Mannschaftspunkte erkämpfen, ohne dem Gegner einen Punkt zu gönnen. Nach einem missglückten Schulterschwung seines Gegners in der Anfangsphase bekam dieser vom Schiedsrichter für alle KSV’ler völlig überraschend einen technischen Punkt zugesprochen und Andre musste mächtig Gas geben. Dies tat er auch und schob seinen Gegner auf der Matte hin und her, machte einen Punkt nach dem anderen und lag schließlich mit 11:1 Punkten in Führung, doch die Verwarnungen für den Gegner ließen diesmal lange auf sich warten. Wohl deshalb, weil Andre einen Punkt nach dem anderen machte. Zum Schluss wollte Andre aber keine Punkte mehr machen und dem Schiedsrichter blieb nichts mehr anderes übrig als diesmal den Inzinger Sportler mit 3 Verwarnungen wegen Passivität von der Matte zu stellen. Somit 4:0 mannschaftspunkte für den KSV Götzis und ein Zwischenstand von 8:12 Punkten, aber dieser Kampf hatte Andre sehr viel Substanz gekostet.

Bis 88kg ging Philipp Häusle mit 73,5kg Kampfgewicht für Götzis an den Start und hatte keinen geringeren Gegner als Aushängeschild und Polizeiprofisportler Michael Wagner. Nach kurzer Gegenwehr und dem Versuch im Standkampf einen technischen Punkt zu machen musste Philipp in die Bodenlage und hatte dort gegen den kräftigen Inzinger keine Chance. Es stand 8:16 für den RSC Inzing.

Trotz der Niederlage waren wir immer noch zuversichtlich und erhofften uns im letzten Kampf vor der Pause einen klaren Sieg von Routinier Matthias Kathan.
Es begann, wie wir uns das erwartet hatten. Matthias machte mächtig Druck und der junge aber kräftige Inzinger musste in die Bodenlage. Matthias konnte ihn 2mal durchdrehen und ging mit 4:0 in Führung. Nach einer weiteren Verwarnung musste sein Gegner abermals in die Bodenlage und wurde von Matthias wieder gedreht. Es stand 7:0 für Matthias und der junge Inzinger am Rande einer Disqualifikation wegen Passivität. Matthias machte weiter mächtig Druck, doch plötzlich erhielt er eine Ermahnung und dann sogar eine Verwarnung und musste in die Bodenlage. Dort gab er aber keine Punkte ab und war weiter auf Siegkurs. Matthias erhöhte letztmalig den Druck und musste mit Erstaunen feststellen, dass er vom Schiedsrichter erneut ermahnt wurde aktiver zu ringen??
Um der drohenden Verwarnung, die mit einem Punktegewinn für den Inzinger geendet hätte zu entgehen, entschloss er sich eine Kopfschleuder zu ziehen. Diesen Angriff konnte der junge Inzinger abfangen und bekam zu unser aller Erstaunen 4 technische Punkte zugesprochen (2 Punkte hatten wir erwartet). Matthias konnte sich dann mühsam aus der gefährlichen Lage befreien und wurde gleich anschließend am Boden gedreht. Es stand nur noch 7:6 für Matthias und er war am Ende seiner Kräfte. Der fast 6kg schwerere Sandro Greil wurde immer stärker und Matthias konnte der drohenden Niederlage nichts mehr entgegen setzen. Der Kampf endete 7:9 und am Ende der greco-Runde stand es 9:19 für den RSC Inzing.

Die Enttäuschung in der Mannschaft war riesengroß und Resignation drohte einzufallen. In der Pause konnten die Trainer und unser Mentalcoach die Mannschaft aber wieder aufrichten und wir waren wieder voller Zuversicht das Unmögliche noch zu schaffen. Den Heimvorteil hatten die Tiroler in der ersten Runde voll ausgenutzt. In der 2. Runde sollte dies nicht mehr passieren und dem war auch so.

Gleich im ersten Kampf bis 57kg freistil lieferte Hamsat Asuchanov den Kampf seines Lebens und besiegte den sehr starken kleinen Georgier sensationell mit 6:6 Punkten. Hamsat ging erst mit 2:0, dann mit 4:0 in Führung und kämpfte jeden Punkt voll aus. Er war der bessere Ringer zu diesem Zeitpunkt. Der Kampf auf höchstem technischen Niveau. Mit einem Rückstand von 4:0 begann der Georgier vehement anzugreifen und holte Punkt für Punkt auf, bis er mit 6:4 in Führung lag. Hamsat mobilisierte letztmalig all seine Kräfte und zeigte dem Georgier, dass er sich noch nicht geschlagen gab. Nun wurde der Inzinger Legionär immer nervöser und warf die Nerven weg. Hamsat gelang nach einem tollen Täuschungsmanöver die letzte siegbringende Wertung 10 Sekunden vor Schluss.
Grandios, der Jubel in unserer Mannschaft war grenzenlos und wir waren alle wieder voller Zuversicht heute zu gewinnen. 12:20 war der Punktestand.

Bis 130kg freistil musste Lukas Hörmann abermals gegen Freund und Trainingspartner Gastl Daniel antreten. In Götzis hatte er noch klar gewonnen. Diesmal verlief der Kampf aber wesentlich ausgeglichener, obwohl Lukas meist die Nase vorne hatte.  Diesmal bekamen beide Sportler abwechselnd vom Schiedsrichter eine Aktivitätszeit aufgebrummt. Während Lukas in dieser >zeit eine Wertung gelang, musste Daniel Gastl eine Verwarnung einstecken, da er in diesen 30 Sekunden gegen Lukas keine Wertung erzielen konnte. Lukas lag 30 Sekunden vor Schluss mit 5:3 Punkten in Führung und verteidigte diesen Vorsprung gegen den vehement angreifenden Inzinger.
Buchstäblich in der letzten Sekunde konnte Gastl einen kleinen Moment der Unachtsamkeit bei Lukas nützen und wurde Hintermann. Die 2 Punkte bekam er gleich zugesprochen und der Jubel bei unseren Rivalen aus Inzing war grenzenlos. Wir haderten noch kurz mit dem Schicksal ehe wir uns besinnen konnten. Wer war denn eigentlich der Sieger in diesem Duell. Gastl hatte zwar die letzte Wertung gemacht, hatte aber während des Kampfes eine Verwarnung kassiert, die Lukas nicht hatte. Beide Ringer hatten die gleichen Wertungen gemacht, nämlich 2mal 2+1. Während der Inzinger vom Schiedsrichter schon zum Sieger erklärt wurde begann Chefcoach Michael Häusle nachzudenken und machte anschließend den Schiedsrichter auf die „falsche“ Entscheidung aufmerksam.
Es folgten heftige Proteste der Ringerfreunde aus Inzing und Interventionen beim Schiedsrichter. Dieser korrigierte aber seine Entscheidung zugunsten von Lukas Hörmann und erklärte diesen nach reiflicher Überlegung regelkonform zum Sieger. Damit konnten wir auf 15:21 verkürzen und der Sieg schien uns gewiss.

Bis 62kg freistil wurde Abdullakh Kenesarin seiner Favoritenrolle gerecht und gewann souverän mit 11:0 Punkten. Abermals eine tolle Leistung des jungen Sportlers unter diesem Druck! Der neue Zwischenstand lautete 19:21.

Liubomyr Sagaliuk hatte bis 100kg diesmal wieder keinen Gegner und der KSV Götzis ging erstmals an diesem Abend mit 23:21 in Führung.

Jetzt lag es an Andre Kogler den Sack zu zumachen gegen den jungen Sohn des Inzinger Trainers. In Götzis beim Hinkampf konnte Andre klar gewinnen, war aber damals nicht so erschöpft, da freistil dort sein erster Kampf am Abend war. Vor 2 Wochen hatte dieser junge Mann den Ringern aus Inzing den Sieg gegen den KSK Klaus gebracht. Auch diesmal kämpfte der junge Inzinger wie ausgewechselt und setzte Andre mächtig unter Druck. Trotzdem behielt Andre lange die Oberhand und schien als Sieger von der matte zu gehen. Knapp vor Schluss lag Andre mit einem Punkt in Führung und musste sich gegen ständige Angriffe wehren. Nach einem geglückten Konter schien er schon als sicherer Hintermann, aber der Inzinger ließ das Bein von Andre nicht los und kämpfte sich wieder zurück. Völlig erschöpft und ausgelaugt musste Andre nachgeben und konnte nichts mehr gegen die Niederlage unternehmen. Er war am Ende völlig fertig und hatte unlaublich kräfteraubende 2*6 Minutenkämpfe in den Beinen. Toll gekämpft, alles gegeben. Leider hatte es nicht ganz gereicht, dennoch gerieten wir durch diesen Punktegewinn nicht in Rückstand und es stand vor den letzten 2 Kämpfer 24:24 unentschieden.

Bis 88kg kämpfte Elias Pajantschitsch von Beginn an sehr beherzt gegen den auch im freistil sehr starken Polizeisportler Michael Wagner und ging mit 2:0 in Führung. Eine Niederlage mit einer technischen Wertung sollte uns zum Sieg reichen, aber es kam anders. Obwohl Wagner anschließend durch 2 Wertungen in Führung ging, schien der Kampf offen zu sein. Kurt vor der Pause nutzte der clevere Inzinger nämlich seine Chance und er konnte Elias mit all seiner Kraft am Boden auf die Schultern drehen. Aus dieser LÖage konnte sich Elias nicht mehr befreien und verlor unglücklich auf Schulter. Somit war der Punktegewinn weg und Elias am Boden zerstört. Elias ist seit 5 Wochen in Graz beim Bundesheer und hat leider kaum Möglichkeiten dort zu trainieren. Gerade dieses Training fehlt ihm schon die halbe Saison, obwohl er sich sehr gut auf die Liga vorbereitet hat. Nächste Woche kommt er aber endlich als HSZ-Sportler nach Salzburg und kann dort wieder auf der Matte trainieren. Nun kochte die Halle und wir konnten im letzten Kampf „nur“ noch ein Unentschieden erreichen, der Sieg war nicht mehr möglich. Es stand 24:28.

Im letzten Kampf wartete unser Legionär Yevhenii Khavilov, von dem wir uns natürlich 4 Mannschaftspunkte erwarteten. Nach 1 Minute und 25 Sekunden war es so weit, und Yevhenii hatte 12 Punkte gesammelt ohne seinem Gegner aus Inzing einen zu geben. Somit war das Unentschieden (für beide Seiten) perfekt.

Es gab Erleichterung auf beiden Seiten und die erhitzten Gemüter kühlten sich schnell wieder ab.
Inzing darf sich nach wie vor Hoffnung auf den erstmaligen 3. Platz in der Vereinsgeschichte machen und hat bei einem Sieg gegen den AC Wals am kommenden Wochenende  theoretisch auch noch die Möglichkeit das Finale zu erreichen. Nämlich dann, wenn Inzing nochmals gegen Klaus gewinnt und wir gegen Klaus verlieren.

Der KSV Götzis hat mit diesem Unentschieden nach wie vor alle Möglichkeiten das Finale zu erreichen. Dazu braucht es einen Sieg am kommenden Wochenende gegen den Lokalrivalen KSK Klaus. Für Spannung ist also gesorgt. Mit der Unterstützung unserer Fans im Rücken sind wir zuversichtlich den Finaleinzug am kommenden Wochenende gegen Klaus zuhause aus eigener Kraft zu schaffen.

Die Mannschaft hat in Inzing Moral bewiesen und als Mannschaft diesen wichtigen Punkt gewonnen bzw. erkämpft. Wir haben alles gegeben und Höhen und Tiefen durchgemacht, wie selten einmal. Favoriten haben verloren, Aussenseiter haben gewonnen. Es sind nicht mehr immer dieselben, welche die Kohlen aus den Feuer holen. Wir haben eine Mannschaft, die zusammen hält und insgesamt einfach stark ist. Bis auf wenige Ausnahmen ist die Mannschaft noch sehr jung und hungrig. Als Trainer war es eine Freude dabei zu sein und zuzusehen wie alle gekämpft haben, wie die mannschaft zusammen hält und niemals aufgibt.

Bei einem Sieg der 2. Mannschaft kommende Woche zuhause gegen den ACV Innsbruck wäre dann auch der Titel in der 2. Bundesliga fix. Und das schaffen wir!