Start Berichte Bundesliga Niederlage im 1. Finalkampf – AC Wals war zu stark

Niederlage im 1. Finalkampf – AC Wals war zu stark

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Beim 1. Finalkampf gegen den AC Wals musste unser Team leider als Verlierer von der Matte gehen. Nach 14 harten Kämpfen und tollem Ringsport saßen die Salzburger schlussendlich am längeren Hebel. Obwohl die Enttäuschung nach dieser Begegnung groß war, gab es viele Lichtblicke und kleine Sensationen, die bezeugen, dass sich der KSV auf dem richtigen Weg befindet.

Einer dieser Lichtblicke war Abdullakh Kenesarin, der zwei herausragende Kämpfe gegen Marchl Simon bestritt. Im Freistilkampf musste er sich nach 6 Minuten Kampfzeit bei einem Punktestand von 7:12 geschlagen geben, legte aber eine fulminante Aufholjagd hin und überzeugte wie immer mit seinem Siegeswillen.
Im griechisch-römischen Stil ging dann Abdullakh als Sieger von der Matte, obwohl er auch hier anfangs Schwierigkeiten mit dem starken Walser hatte. Mit seinen ununterbrochenen Angriffen konnte unser Youngster jedoch immer mehr Druck auf den Walser ausüben, bis dessen Kondition einbrach. Nun hatte Abdullakh die Oberhand und nutze diese Müdigkeit seines Gegners, um das Maximum herauszuholen und diesen nach zwei schön herausgearbeiteten Kopfschleudern zu schultern.
In beiden Kämpfen profitierte Abdullakh sehr von seiner mentalen Stärke, die auch die anderen Teammitglieder immer wieder inspiriert.

Weitere Highlights in der Freistilrunde brachten unsere Legionäre hervor, die auf ganzer Linie überzeugten.
Yevhenii Khavilov stand Ausserleitner Maximilian gegenüber und ließ diesem keine Chance auf einen Punkt. Bedauerlicherweise wurde Ausserleitner vom Schiedsgericht nicht ermahnt, obwohl er kaum eigene Aktionen zeigte. Durch schnelle und kontrollierte Angriffe konnte unser Altmeister aus der Ukraine trotzdem einen klaren zu Null Sieg einfahren.

Sehr überzeugend war auch Liubomyr Sagaliuk, welcher gegen einen unglaublich starken Hrustanovic Amer siegte. In dieser Begegnung standen sich zwei richtige Muskelpakete und Weltklasseringer gegenüber. Amer, versuchte mit aller Gewalt und Entschlossenheit einen Punkt zu erringen, was ihm zu Beginn des Kampes auch gelang. Durch ständiges Aufziehen versuchte er darüber hinaus unserem Legionär Verwarnungen anzuhängen. Diese wurden jedoch nicht verhängt, da Amer nicht mehr in der Lage war, aus eigenen Aktionen zu punkten. Ganz im Gegenteil zu Liubomyr. Dieser hatte sich an den anfangs überraschend aggressiven und körperbetonten Ringstil von Hrustanovic gewohnt und machte nun eine 2er-Wertung nach der anderen. Gekonnt nutzte der Ukrainer die Eigenkraft des Walsers aus und punktete mit verschiedenen Beinangriffen, bis er schließlich als Sieger durch technische Überlegenheit von der Matte ging.

Eine ersehnte Revanche bekam Lukas Hörmann, der sich nach dem Vorrundenkampf nun nochmals mit Freistilprofi Valach Radovan messen konnte. Dieses Mal war Lukas körperlich fit und hatte noch keinen 6 Minuten Kampf hinter sich, weshalb er mit vollem Einsatz in diese Begegnung starten konnte und Valach überhaupt keine Chance auf einen Punkt ließ. Stattdessen hängte er diesem zwei Passivitätszeiten an und erhielt dadurch 2 Punkte. Valach, sichtlich erzürnt über die drohende Niederlage, wurde immer aggressiver und versuchte mit allen Mitteln einen Punkt zu erringen. Unser Schwergewicht ließ sich jedoch nicht beeindrucken und brachte die Führung locker über die Runden. Somit siegte er 3:0 nach Mannschaftspunkten gegen den Walser.

Auch in der Greco-Runde gab es einige tolle Einzelleistungen und Hoffnungsträger für die Nächsten Jahre zu bewundern.

Raul Häusle traf ein zweites Mal in dieser Saison auf Mühlbacher Helmut und konnte auch an diesem Abend keinen Punkt erringen. Ungerechtfertigt war jedoch der Ausgang des Kampfes, welcher vom Schiedsgericht mit drei Verwarnungen bestimmt wurde. Obwohl Raul ständig angriff, versuchte sich in eine gute Position zu bringen und keineswegs nur blockierte und abwehrte, entschied sich das 3er-Schiedsgericht eine Passivitätsverwarnung nach der anderen zu verhängen. Mühlbacher selbst setzte keine Aktion aus dem Standkampf und konnte lediglich durch eine fehlgeschlagene Attacke von Raul, Verwarnungen und den daraus resultierenden Bodenkampf punkten.
Ungeachtet des Ergebnisses ist sich der KSV sicher, dass aus Raul noch eine wichtige Stütze der Bundesligamannschaft werden kann.

Auch Andre Kogler und Philipp Häusle lassen einiges für die Zukunft erhoffen. Obwohl Andre eine Schulterniederlage einstecken musste, konnte er gegen den Vollprofi Marchl Florian in Führung gehen und sein Können demonstrieren. Andres Vielseitigkeit ist ein sehr wichtiger Faktor für das Team.
Philipp Häusle punktete gegen den 10kg schwereren Vizeweltmeister Markus Ragginger und hätte diesen zweimal beinahe im Schulterschwung erwischt. Philipp überzeugte diese Saison über durchwegs mit starken Leistungen gegen körperlich überlegene und schwerere Gegner, was ihn zu einem hoffnungsvollen Sportler für die kommenden Saisonen macht.

Matthias Kathan duellierte sich mit Vollprofi Puffer Benedikt in der 68kg Gewichtsklasse und überraschte alle mit seiner starken Leistung gegen das Walser Kraftpaket. Puffer startete den Kampf gewohnt aktiv und versuchte, Matthias durch Passivitätsverwarnungen in den Bodenkampf zu zwingen. Matthias konnte im Standkampf jedoch sehr gut mitkämpfen und hielt stark dagegen, konnte zweitweise sogar eigene Aktionen durchsetzen. Da jedoch keine Wertungen fielen, entschied sich das Schiedsgericht für eine Verwarnung gegen Matthias. Im Bodenkampf versuchte der Walser einen Ausheber, welcher von Matthias gekontert wurde und diesen in Führung brachte. In der zweiten Runde ging der Walser noch offensiver vor und brachte Matthias eine zweite Verwarnung ein. Dieses Mal schaffte es unser Altmeister leider nicht, den Ausheber zu kontern und musste seine Führung abgeben. Nach 6 Minuten endete dieser spannende Kampf schließlich mit einem 2:6 nach Punkten.

Das größte Highlight des Abends war jedoch der Greco-Kampf von Schwergewicht Lukas Hörmann gegen den Walser Legionär Deynichenko Timofei. Obwohl Lukas zu Beginn des Kampfes aktiv und offensiv auftrat, wurde ihm vom Schiedsgericht eine Verwarnung auferlegt, woraufhin er in die Bodenlage musste. Dort verletzte er sich bei der Abwehr des Aufreißers und konnte kurz keine Gegenwehr mehr leisten, wodurch der Weißrusse mit 10:0 in Führung ging. Das ganze Publikum war schockiert und sah keine Hoffnung mehr. Lukas, angefeuert vom Team und Trainer, lief trotz Rückstand zur Höchstform auf. Er gab alles und attackierte unaufhörlich. Lukas machte ständig Druck auf den Weißrussen, bis dieser sich kaum mehr auf den Beinen halten konnte und schon zwei Verwarnungen kassierte. Und obwohl Lukas schon zwei Minuten lang pausenlos angriff und den Walser ständig bewegte, ließ seine Ausdauer nicht nach. Unermüdlich machte er weiter und wartete auf die letzte Verwarnung, welche der Schiedsrichter dann auch verhängte. Der Mattenpräsident revidierte diese Entscheidung jedoch und nahm Lukas den dadurch den verdienten Sieg gegen einen Weltklasse-Ringer.

Schlussendlich sollte es also einfach nicht sein und der KSV Götzis unterlag dem AC Wals im 1. Finalkampf klar. Auch die Aussichten auf einen Gesamtsieg sind dadurch beträchtlich geschrumpft, ja fast unmöglich geworden. Dieser Umstand ändert jedoch nichts an den tollen Leistungen unserer Sportler. Er ändert nichts am Willen des Teams, auch im letzten Kampf der Saison alles zu geben und er ändert nichts an dem Weg, auf dem wir uns befinden. In dieser Saison konnte man eine kontinuierliche Steigerung der Mannschaft beobachten, eigenen Nachwuchs in der Bundesliga erleben und einer Fangemeinde beim Wachsen zusehen. Wir werden jedenfalls mit voll besetzter Mannschaft zum 2. Finalkampf fahren und hoffen auf die Unterstützung unserer Fans!

Ergebnisliste/Mannschaftsprotokoll